Generative Engine Optimization: Welche Content-Formate lieben KIs wirklich?

Giraffen haben den Überblick ...

Ein Gastbeitrag von Heinz-Günter Weber

Überblick im KI-, GEO- und SEO-Dschungel? Wir müssen unsere Hälse tatsächlich ganz schön strecken, um derzeit den Überblick zu behalten!

Die sogenannten AI Overviews gehören ja inzwischen zum Alltag der Web-Suche. Das Problem: Die klassischen Suchergebnisse darunter – die bekannten „10 blauen Links“ – werden deutlich seltener angeklickt. Selbst mit Top-Rankings direkt unter den KI-Übersichten verlierst du oft 50 % der früher üblichen Klicks oder mehr.

Die naheliegende Idee wäre: einfach mehr Content produzieren. Vielleicht sogar automatisiert mit KI.

Doch genau das ist meist keine gute Strategie.

Wichtige Prinzipien zum Texten mit und ohne KI erfährst du im Textflow-Blog.

Die bessere Alternative zu mehr KI-generiertem Content:

Sorge dafür, dass du direkt in den Antworten der KI zitiert wirst!

Die entscheidende Frage lautet also: Welche Inhalte greifen KI-Antwortsysteme überhaupt auf? Mehrere aktuelle Studien haben das Zitierverhalten von Modellen wie ChatGPT, Google AI Overviews, Perplexity und Claude untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig:

Jede KI hat ihre eigenen Vorlieben.

In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Content-Formate besonders häufig zitiert werden – und wie du deine Inhalte gezielt darauf ausrichten kannst.

Welche Content-Formate werden gerne zitiert?

Wenn man die Studien genauer analysiert, zeigen sich einige klare Gewinner:

1. Social Proof dominiert Markensuchen

Wenn Nutzer gezielt nach einer Marke oder einem Produkt suchen, haben sie meistens schon ein Grundinteresse.

Was sie jetzt wollen, ist Bestätigung und Vertrauen.

Genau hier kommt Social Proof ins Spiel.

Social Proof: Menschen orientieren sich an den Erfahrungen und Einschätzungen anderer, um Vertrauen in eine Entscheidung zu gewinnen. Vertrauen entsteht durch andere Menschen – nicht durch die Marke selbst. Das ist „Social Proof“

Eine Studie von Omniscient Digital, die über 23.000 KI-Zitate analysierte, kommt zu einem klaren Ergebnis: 57 % aller Zitate bei Markensuchen stammen aus Social-Proof-Quellen.

Oder anders gesagt:
Menschen vertrauen vor allem anderen Menschen mit Erfahrung. Bewertungen wirken viel glaubwürdiger als Aussagen einer Marke über sich selbst.

Die wichtigsten Social-Proof-Quellen

Besonders häufig werden zitiert:

1. Kundenbewertungen

Wichtig ist vor allem, dass die Bewertungen auf Plattformen stehen, die deine Zielgruppe nutzt.

Typische Beispiele:

  • Universell (alle Branchen): Google Business Profile
  • Dienstleister, Coaches, Freiberufler: ProvenExpert
  • Handwerker & lokale Betriebe: MyHammer, Blauarbeit, Check24
  • Gesundheit & Pflege: Jameda, pflege.de
  • E-Commerc: Trusted Shops, Trustpilot
  • Software / SaaS: G2, Capterra, OMR Reviews
  • Arbeitgeberbewertungen: Kununu

2. Listicles

(Etwa genannt werden bei „Die besten Anbieter für …“)

3. Community-Diskussionen in Foren

4. Social-Media-Beiträge

5. Case Studies und Testberichte

6. Erwähnungen auf Fachportalen

Interessanter Sonderfall: LinkedIn

Die Blogging-Funktion „LinkedIn Pulse“ ist für Freiberufler, Coaches und KMU eine oft unterschätzte Möglichkeit, Inhalte zu platzieren, die von KI-Systemen aufgegriffen werden.

Welche Domains zitiert KI besonders gern?

Eine Analyse von SISTRIX hat über 360.000 Domains in deutschen AI Overviews ausgewertet.

Zu den häufigsten Quellen gehören unter anderem:

  • Google
  • Wikipedia
  • öffentlich-rechtliche Medien wie NDR
  • Verbraucherorganisationen wie ADAC
  • große Plattformen wie Amazon


Auffällig ist außerdem: Spezialisierte Fachportale mit viel inhaltlicher Tiefe haben gute Chancen auf Zitate. Auch Community-Plattformen tauchen auf – im deutschsprachigen Raum allerdings deutlich seltener als international.

Werden klassische Blogartikel zitiert?

Viele Unternehmen setzen traditionell auf Blogartikel. In KI-Zitaten spielen sie zwar weiterhin eine Rolle, aber eine kleinere:

Ratgeber und Thought-Leadership-Artikel machen bei Markensuchen etwa 5,4 % der Zitate aus. Das ist nicht wenig – aber deutlich weniger als Social Proof.

Ausnahme: Spezielle Antworten auf besondere Fragestellungen sind gern zitierte Quellen! (Der sogenannte „Long Tail Content“)

Pressemitteilungen sind übrigens kein Social-Proof-Instrument. Trotzdem können sie sinnvoll sein, vor allem wenn sie zu echten Erwähnungen in anderen Medien führen.

2. Listicles und Vergleiche:
Top für Kaufentscheidungen

Sobald Nutzer nicht direkt nach Marken oder Produktnamen suchen, sondern eher verschiedene Anbieter, Produkte oder Dienstleistungen vergleichen wollen, werden Vergleichsartikel und Listenformate besonders wichtig.

Typische Beispiele:

  • „Die 10 besten Restaurants in Berlin“
  • „Die 7 schönsten Museen Deutschlands“
  • „Die beliebtesten Cabrios 2026“


Eine Analyse von peec.ai mit über einer Million KI-Zitaten zeigt: Bei ChatGPT gehören solche Listicles zu den erfolgreichsten Formaten überhaupt. 52 % erreichen eine sehr hohe Zitationsrate.

Während oberflächliche Blogartikel an Bedeutung verlieren, bestätigt eine umfassende Semrush-Studie, dass neben Vergleichsartikeln auch

  • ausführliche Ratgeber
  • How-to-Anleitungen
  • strukturierte Informationsartikel


besonders hohe Zitationsraten in Google AI Overviews erzielen.

YouTube als wichtige Quelle für Vergleiche

Bei Vergleichen und Bewertungen tauchen erstaunlich häufig YouTube-Videos in KI-Antworten auf. Besonders bei Fragen wie:

  • „Beste …“
  • „Vergleich …“
  • „Erfahrungen mit …“


Dabei ist ein Detail interessant: 85 % der KI-Zitate beziehen sich auf einzelne Videos – nicht auf Kanäle.

Das ist eine gute Nachricht auch für kleinere Kanäle: Titel, Beschreibung und Struktur eines Videos sind wichtiger als die Größe des Kanals.

3. Deine eigene Website?
Bleibt extrem wichtig!

Trotz aller externen Quellen bleibt eine Sache klar: Deine eigene Website oder dein Shop ist weiterhin zentral!

Besonders für Google AI Overviews. Die peec.ai-Studie zeigt, dass Google AI Overviews eine klare Präferenz für offizielle Produkt- und Kategorieseiten haben.

Auch andere Analysen bestätigen: Googles KI greift stärker auf First-Party-Inhalte (also deine) zurück als viele andere Systeme. Deine Website wird also häufig als Quelle für Fakten und Details genutzt.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Produktbeschreibungen
  • technische Daten
  • Preise
  • Kategorien
  • Long Tail Content etwa mit realitätsnahnen und detaillierten Antworten auf mögliche Fragen von Interessenten & Kunden (siehe dazu auch meinen Artikel „Schreiben für die KI-Suche – GEO vs. SEO„)


Für KI-Systeme sind diese Informationen eine Art „Source of Truth“. Deshalb sollten Produkt-Informationen und Kategorien auf deiner Website

  • präzise
  • klar strukturiert
  • und technisch leicht extrahierbar sein


Stichwort: Schema-Markup, das sollte dein Shop oder dein Ratgeber unterstützen.

Fazit: Diese Content-Formate pushen Deine KI-Sichtbarkeit

Deine Content-Strategie wird zukunftsfest, wenn sie die unterschiedlichen Logiken der KI-Modelle und die unterschiedlichen menschlichen Informations- (auch Unterhaltungs- oder Inspirations-) Bedürfnisse berücksichtigt.

Meine 5 Empfehlungen dafür:

1. Baue eine starke Social-Proof-Basis

Sorge aktiv dafür, dass deine Marke bewertet und erwähnt wird.

Dazu gehören:

  • Kundenbewertungen
  • Erwähnungen in Vergleichsartikeln
  • Diskussionen in Communities
  • Fachportale und Branchenplattformen


Je mehr glaubwürdige Stimmen über dich sprechen, desto eher greifen KI-Systeme auf deinen Inhalt zurück.

2. Nutze Vergleiche und Listicles

Vergleichsartikel gehören zu den erfolgreichsten Formaten überhaupt. Erstelle eigene Listicles und positioniere dich als fairer Experte.

Wenn du dabei gelegentlich einen Wettbewerber erwähnst – schafft genau das noch mehr Vertrauen!

Und Vertrauen erhöht die Wahrscheinlichkeit, zitiert zu werden.

3. Deine Website ist das Fundament Deiner Sichtbarkeit – für KI, Suche und alle Kanäle

Behandle deine Daten als wertvollen Wissensbestand und pflege ihn. Alle Produkt- und Kategorieseiten sollten klar, strukturiert, konsistent und widerspruchsfrei sein.

Denke dabei weniger wie ein Texter – und mehr wie ein Datenlieferant für KI-Systeme.

Je leichter deine Inhalte technisch auslesbar sind, desto besser können sie klar erkannt werden und werden häufiger zitiert.

4. Denke in Plattformen statt in Keywords

Die wichtigste strategische Frage lautet nicht mehr nur: Für welches Keyword schreibe ich?

Sondern auch: Auf welchen Plattformen sucht und entdeckt meine Zielgruppe?

Wenn deine Kunden stark auf Google setzen, sind deine eigenen Seiten besonders wichtig. Wenn sie eher Tools wie Perplexity nutzen, gewinnen Community-Inhalte und Foren an Bedeutung.

5. Gewinne Vertrauen

Wer die richtigen Formate nutzt und auf den passenden Plattformen präsent ist, gewinnt nicht nur Zitate – sondern über die ganze Customer Journey hinweg an Vertrauen bei zukünftigen Kunden. Und Vertrauensaufbau ist die absolute „Bottom Line“ einer KI Content Strategie heute!

Die gute Nachricht also: Deine Inhalte werden wertvoller als je zuvor – und Du kannst sie gezielt so aufbereiten und platzieren, dass sie von KI-Systemen bevorzugt aufgegriffen werden.

Zum Gastautor

Heinz-Günter Weber

ist Experte für Webdesign, Online-Marketing und SEO/ GEO. Mit seiner Agentur 7media Digitales Marketing unterstützt er Unternehmen verschiedenster Branchen dabei, ganz oben mitzumischen und das Beste aus ihren Websites und Shops herauszuholen – auch in der KI-Suche.

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